Cashflow-Prognose
Stand 2026-07-24T14:00:00Z
Was ist Cashflow-Prognose?
Die Lücke zwischen bereits fakturierten, aber noch unbezahlten Rechnungen (60-90 Tage Zahlungsziel) und sofort fälligen Steuern ist der Punkt, an dem unterkapitalisierte Freiberufler scheitern – ein rollierender 13-Wochen-Forecast ist die Lösung.
Worum es geht
Cashflow-Prognose ist die Disziplin, Woche für Woche zu projizieren, wann Geld auf dem Bankkonto einer Beratungspraxis eingeht und wann es abfließt — typischerweise über einen rollierenden Horizont von 90 Tagen bzw. 13 Wochen. Sie liegt an der Schnittstelle von Buchhaltung und Betrieb: Sie ist keine Gewinn- und Verlustrechnung und keine Steuererklärung. Sie ist eine einfache, mechanische Antwort auf eine Frage — wird an einem beliebigen Montag im kommenden Quartal genug Bargeld auf dem Konto sein, um das Fällige zu decken.
Für einen freiberuflichen SAP-Analytics-Berater ist diese Mechanik von enormer Bedeutung, weil der Cashzyklus asymmetrisch ist. Umsatz wird bei Lieferung fakturiert, aber Tier-1-Kunden in EMEA zahlen routinemäßig mit 60, 90 oder sogar 120 Tagen Zahlungsziel. Steuer- und Sozialabgabenpflichten hingegen sind nach einem festen Kalender fällig, der nichts damit zu tun hat, wann Einsätze fakturiert wurden. Ein Berater kann auf dem Papier profitabel sein — starke Margen, volle Pipeline — und trotzdem eine URSSAF-Zahlung oder eine Körperschaftsteuer-Rate verpassen, weil die Forderung, die sie gedeckt hätte, noch nicht eingegangen ist. Cashflow-Prognosen existieren, um diese Diskrepanz sichtbar zu machen, bevor sie zur Krise wird — nicht danach.
Warum es zählt
- Die Steuerpflichten einer französischen SASU treffen über 4-5 unterschiedliche, nicht mit dem Umsatz abgestimmte Zahlungen im Jahr (CFE/CVAE/IS, URSSAF, Mehrwertsteuer) — undurchsichtige Fälligkeiten sind der Hauptgrund, warum Einzelberater zu wenig prognostizieren.
- Berater, die ihre Inhaberentnahme reduzieren, um „Cash zu sparen", verpassen dennoch oft die tatsächliche Fälligkeit der Steuerrechnung — die Disziplin liegt im Prognostizieren, nicht nur im Sparen.
- Die Handlungsschwelle ist explizit: Jeder wöchentliche laufende Saldo unter dem 1-fachen des monatlichen operativen Verbrauchs erfordert sofortiges Handeln.
Kernpunkte
- Rollierende 90-Tage-Prognose (13 Wochen): Forderungen · Verbindlichkeiten · Steuer · Inhaberentnahme · Saldo · laufender Kassenbestand.
- Zahlungsziele Tier-1 EMEA: 60-90 Tage Standard; teils 120.
- Französische SASU: 5-12 Steuerzahlungen/Jahr (URSSAF + IS + Mehrwertsteuer + CFE/CVAE).
- Aktualisierung Montagmorgen 5 Min.; vierteljährliche Tiefenprüfung mit dem Steuerberater 1 Std.
- Mindestpuffer: 1× monatlicher operativer Verbrauch; darunter = Handlungsauslöser.
- Inhaberentnahme richtet sich nach der Prognose, nicht nach dem Umsatz.
- Portage salarial = einfacherer Cashflow, ~10 % Margenkosten.
- Cashflow (C069) = 90-Tage-Mikroebene; Runway (C070) = 6-12-Monate-Makroebene. Beide werden benötigt.
- Cashflow-Prognose ist erst beherrscht, wenn es eine benannte Käuferentscheidung verändert.
- Beginnen Sie mit dem semantischen Vertrags- und Kontrollmodell, bevor Sie das Werkzeug demonstrieren.
Begriffe auf dieser Seite
- Cashflow-Prognose
- Rollierende 13-Wochen-Projektion von Geldeingängen versus -abgängen, wöchentliche Granularität.
- Forderungen
- Erwartete Geldeingänge (fakturierte Einsätze zu ihren Fälligkeitsdaten).
- Verbindlichkeiten
- Erwartete Geldabgänge für Betriebskosten (Software, Versicherung, Buchhaltung).
- Steuerzahlungen (FR SASU)
- 5-12 pro Jahr: URSSAF + IS vierteljährlich + Mehrwertsteuer + CFE/CVAE jährlich.
- Inhaberentnahme
- Gehalt oder Dividenden, die aus der Gesellschaft des Beraters entnommen werden. An der Prognose ausrichten, nicht am Umsatz.
- Laufender Kassenbestand
- Kassenposition zum Wochenende nach Anwendung aller Flüsse; das diagnostische Signal.
- Operativer Verbrauch
- Durchschnittlicher monatlicher Abfluss ohne Inhaberentnahme. Dient zur Festlegung der Pufferschwelle.
- Handlungsschwelle
- Laufender Saldo unter dem 1-fachen des monatlichen Verbrauchs löst Handeln aus (Entnahme verschieben, Fakturierung beschleunigen, Kredit ziehen).
Quellen
- URSSAF — calendar of social charges (FR)
- Légifrance — IS / CFE / CVAE calendar
- Eursap freelance financial-management patterns
- Bain B2B AR/AP benchmarks
- OECD SME finance reports
- SAP News Center — Accelerate the Autonomous Enterprise with SAP Business Data Cloud
- SAP News Center — 2026 SAP Sapphire Keynote: Powering the Autonomous Enterprise
- Eurostat — Earnings statistics
- Eurostat — ICT specialists in employment
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